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Artikel 1: Still wie ein Berg und mächtig wie ein Fluß Tagtäglich
trifft jeder von uns große und kleine Entscheidungen, Der Titel dieses Seminars ist bereits Programm. Und in diesem Sinne ist "Kreativität" die Verknüpfung bekannter Wissenselemente zu bislang unbekannten Kombinationen (Guilford, Vater der Kreativitätsforschung). Kreativität ist die Fähigkeit, Alltägliches und Gewohntes neu, anders zu sehen, bestehende Ordnungen und gesicherte Werte aufzuheben. "In diesem Sinn kann jeder von uns kreativ sein'", so Peter Schmitt, "wenn es ihm gelingt, den Panzer der Gewohnheit und des rationalen Denkens zu durchbrechen." "Problemlösungen" ist die zusammenfassende Bezeichnung beim Bearbeiten von Denkaufgaben, die nicht bloße Anwendung früherer Erfahrung, sondern neuartige Strategien erfordern. Das Training, das Peter Schmitt, Verhaltenstrainer im Partnertraining unseres Tankstellengeschäfts im Auftrag von ZPE an zwei Terminen im März den Teilnehmern bot, brachte "Lust am Lernen". In diesem Training werden von Peter Schmitt weniger Fertigkeiten vermittelt, die nach vorgegebenen Lernzielen und Aktionsplänen abgehakt werden können. Im Mittelpunkt dieses Seminars steht die Sensibilisierung und Verbesserung unserer Fähigkeiten zur Kommunikation, Integration und Konfliktlösung, um durch offenes, teambereites Verhalten die Grundlagen für unblockiertes, kreatives Denken zu legen. Alles, was hier geschah, war sehr locker und gab Teilnehmern Sicherheit, sich auf ungewohnte Wege zu begeben und "geistige Trampelpfade" zu verlassen. Dieses
Seminar ist in fast allem ungewöhnlich. Das beginnt am
Seminarraum, dessen optische und musikuntermalte Ausstattung
eigentlich erst gar keine, wenn es so etwas bei uns geben sollte, "Seminar-Phobie'
aufkommen läßt. Theoretischen Unterbau lieferte Peter Schmitt mit seinen Erklärungen über die Funktion des menschlichen Gehirns. Während die rechte Gehirnhälfte intuitive, bildhafte, emotionale Eindrücke verarbeitet, ist die linke Hälfte für rationale Denkprozesse zuständig. Im Berufsleben haben wir gelernt, vor allem unsere linke Gehirnhälfte arbeiten zu lassen. Ein ganzheitliches Denken bewußt zu fördern, d.h. beide Gehirnhälften zu nutzen und sich ergänzen lassen, bedeutet, Kreativität zu fördern, unser Gedächtnis zu stärken und Probleme schneller und besser zu lösen. Probleme
erkennen setzt Wahrnehmungsfähigkeit voraus. Jeder Mensch
hat seine eigene Art, die Welt um sich herum wahrzunehmen und
zu interpretieren. Es gibt Menschen, die "sehen" etwas auf
sich zukommen, andere wiederum "hören" bereits die Flöhe
husten, anderen "schmeckt" diese Situation nicht und schließlich
soll es auch Kollegen geben, die sich nicht "riechen" können.
Das zu wissen und beim Problemlösen zu beachten ist wichtig,
wenn es im Team oder in Konferenzen um problematische Denkansätze
geht. Sonst ist die Gefahr groß, daß sich die Teilnehmer
nicht verstehen und aufgrund einer unzureichenden Wahrnehmung
einer Situation auch zu einem unzureichenden Lösungsansatz
kommen. Ein Problem, so Peter Schmitt, wird erst dann zu einem Problem, wenn die Art der Problemformulierung und dadurch die Art der Betrachtungsweise zu einer blockierten Denksituation führt. Denktechniken helfen hier weiter - z.B. Umkehrung der Frage, anstelle "wie verhindere ich Ladendiebstahl?" "Wie mache ich den perfekten Ladendiebstahl?" Und schon ergeben sich aus dieser neuen Sichtweise neue Anregungen und damit Ideen. Nach verschiedenen Übungen und Gruppenpräsentationen war jedem Teilnehmer klar, wie wichtig es ist, ein Problem erst einmal richtig darzustellen, zu klären, zu formulieren und dabei auch den Mut aufzubringen, gewohnte Denkmuster umzuwerfen und Dinge auf den Kopf zu stellen. Das Training beweist, daß Kreativität das Ergebnis bestimmter Denk- und Verhaltensweisen ist und wir somit keine Kreativität lernen, sondern nur Denk- und Verhaltensweisen. Dabei lernen wir, unsere großen Wissensspeicher im Unter- und Vorbewußtsein mit für Problemlösungen zu nutzen. Da sich unser Unterbewußtsein nur bei völliger Entspannung ansprechen läßt, genießen wir mentale Entspannungsübungen und Phantasiereisen und nehmen unseren Körper durch "Tai-Chi-Übungen" auf neue Art wahr, doch darauf komme ich etwas später ausführlicher. Einen breiten Raum des Trainings nimmt das Thema "kreative Ideenproduktion' ein. Verschiedene Techniken helfen unserer Kreativität auf die Sprünge. Als Stichworte seien hier nur "Brainstorming" "Brainwriting" und die alternativen Assoziations- und Bisoziationstechnik genannt sowie Analogietechnik, Morphologie und Mind Mapping.
Man kann nur in Begriffen denken, die man schon einmal erlebt hat und die man aussprechen kann. Problemlösungen sind demzufolge nichts anderes als neuartige Kombinationen bekannter Begriffe oder Elemente. Wir lernten mit Fähigkeiten umzugehen, die Kreativität fördern, wie z. B. offene und kritische Haltung, Selbstvertrauen, Mut zur Überwindung herkömmlicher Anschauungen und gewachsener individueller Denk- und Erfahrungsmuster, Risikobereitschaft, schöpferische Unzufriedenheit und Initiative. Voraussetzung: In Gruppenarbeiten und Präsentationen gab es reichlich Gelegenheit, neue Lösungsansätze zu entwickeln und uns Teilnehmer davon zu überzeugen. Permanentes Feedbackgeben und -nehmen rundete diese Übung ab.
Innere
Ruhe setzt Kreativität frei Der
philosophische Hintergrund basiert auf den sich bedingenden
Ying und Yang. Die aktivierende Wirkung des Tai Chi, die durch
Bewegung und Rhythmus den Atem spürbar macht, richtet "Kreatives Essen" lautete der abendliche Programmpunkt. Es war allerdings eher der Koch, der sogar bei der Benennung der Gerichte seine Phantasie hatte spielen lassen. Die Teilnehmer genossen das Mahl und der anschließende Besuch in der Küche des Meisterkochs brachte für Interessierte einen weiteren Kreativitätsschub. Dieser war für den darauffolgenden Tag auch nötig. In Gruppenarbeit gesammelte Ideen zum Thema "Wie kann ich Grönland für den Tourismus erschließen", mussten strukturiert und in überzeugender Aufbereitung präsentiert werden. Die Bewertung der verschiedenen Vorstellungen bildete den Abschluß des über fast drei Tage laufenden Trainings. Zu guter Letzt versuchte noch jeder, eine rohe Kartoffel mit dem Strohhalm zu durchstoßen. Was zunächst unmöglich schien, klappte überraschenderweise. Resümee |
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